• News - 28. Juli 2017

    Flüchtlingskinder aus dem Südsudan: Echte Kindheit und Normalität durch Spielen & Lernen

    Anhaltende Konflikte im Südsudan haben seit 2013 knapp zwei Millionen Menschen aus dem jüngsten Staat der Welt vertrieben – die Vereinten Nationen bezeichnen dies als die schlimmste humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Im grenznahen Norden von Uganda wurden bis heute 928.000 Flüchtlinge – darunter 85% Frauen und Kinder – registriert. In Äthiopien leben derzeit 320.000 südsudanesische Flüchtlinge. Right To Play beobachtet die Situation und unterstützt in Uganda und Äthiopien zurzeit aktiv 35.000 vertriebene südsudanesische wie auch einheimische Kinder und Jugendliche.

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    Eine äthiopische Lehrerin führt mit ihren Schülerinnen und Schülern ein Right To Play Spiel durch.

    Der Optimismus und die Freude über die Unabhängigkeit des Südsudans vom 9. Juli 2011 sind verstummt. Seit Dezember 2013 durchlebt der etwa 12 Millionen Einwohner zählende Staat einen Bürgerkrieg. Im Februar dieses Jahres wurde im Südsudan zudem eine Hungersnot ausgerufen.

    Suche nach Sicherheit und Frieden

    Knapp zwei Millionen Menschen sind seit 2013 geflohen, mehr als die Hälfte davon in den südlich gelegenen Nachbarstaat Uganda. Seit neue Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und Oppositionellen in der Hauptstadt Juba im Juli 2016 entfachten, überquerten 627.000 Menschen die Grenze, um sich in Uganda vor willkürliche Tötungen, Vergewaltigungen, Folter und Plünderungen zu schützen – 227.000 Südsudanerinnen und Südsudaner allein zwischen Januar und April 2017.

    Spiel & Sport für südsudanesische Kinder und Kinder aus den aufnehmenden Gemeinschaften

    Besorgt wurde die Entwicklung im Südsudan von Right To Play mitverfolgt. In Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen erreicht Right To Play in Uganda und Äthiopien über 35.000 geflüchtete Kinder und Jugendliche sowie Kinder in den aufnehmenden Gemeinschaften mit spielbasierten Programmen.

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    Bild 1: Lehrerinnen und Lehrer lernen bei unserer 3-jährigen Ausbildung die Right To Play Spiele kennen indem sie, sie selber erfahren.
    Bild 2: Ein Right To Play Trainer reflektiert nach dem Spiel mit den Teilnehmern das Gelernte in einer Diskussionsrunde.

    Sozialer Zusammenhalt und Bildung als Hauptziele

    Right To Play bietet den von bewaffneten Konflikten und Vertreibung traumatisierten Kindern und Jugendlichen in und außerhalb der Schule einen geschützten Rahmen. Von Right To Play ausgebildete Lehrkräfte und Coaches führen mit den Kindern spiel- und sportbasierte Aktivitäten durch, schaffen ein positives Lernumfeld und geben der jungen Generation Vertrauen und Sicherheit. Die südsudanesischen und einheimischen Mädchen und Jungen bauen Verständnis für die schwierige Situation auf, lernen Toleranz und Respekt, stärken ihr Selbstvertrauen und üben, Konflikte friedlich lösen. So trägt Right To Play zur multikulturellen Integration, zum sozialen Zusammenhalt und zur Friedensbildung bei.

    Gleichzeitig unterstützt Right To Play die Sanierung wichtiger Schulinfrastruktur in den aufnehmenden Gemeinschaften, um tausenden Kindern einen geregelten Schulbesuch zu gewährleisten. Aufgrund der aktuell prekären Situation in Uganda stellt Right To Play zurzeit zudem nährstoffreiche Nahrung und sanitäre Einrichtungen für die große Anzahl der ankommenden Flüchtlinge bereit.

    Bildung im humanitären Kontext

    Die Vereinten Nationen bezeichnen die südsudanesische Situation als größte humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg - im Jahr 2017 sind mehr als zweimal so viele Menschen aus dem Südsudan geflohen wie aus Syrien. Im Gegensatz zu humanitären Ersthelfern widmet sich Right To Play in der Regel mehrjährigen Projekten zur nachhaltigen Entwicklung. Da Right To Play bereits seit 16 Jahren in Uganda aktiv ist, konnte auf die aktuelle Flüchtlingslage in Uganda sofort reagiert werden. Right To Plays Engagement für Bildung und sozialen Zusammenhalt ist ein Grundstein dafür, dass aus den von der Flüchtlingskrise betroffenen Kindern und Jugendlichen keine „verlorene" Generation wird.

      
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