• Niemand ist zu jung, um sich für Kinderrechte einzusetzen

    „Ich weiß, dass ich Arzt werden kann, weil alles für mich möglich ist. Ich bin fest entschlossen, meine höchsten Ziele zu erreichen", erklärt uns die 12-jährige Julienne überzeugt.

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    Die selbstbewusste Julienne ist Vorsitzende des Leadership Clubs in der Kanyundo Grundschule, wo sie die fünfte Klasse besucht. In ihrem Dorf Mudende in Ruanda, sind Julienne und die weiteren Mitglieder des Leadership Clubs bekannt dafür, sich hartnäckig und selbstbewusst für das Recht auf Bildung für Kinder einzusetzen.

    "Jedes Kind verdient es, zur Schule zu gehen und sich für eine Karriere zu entscheiden, wodurch es einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann", ist ihre Meinung. "Ein Arzt zu sein, ist meine Entscheidung, weil ich gerne anderen Menschen helfe. Für mich ist die Schule ein Ort, an dem Kinder verändert werden können; In unserem Club geht es nicht nur darum, lesen, schreiben und zählen zu können, sondern auch, dass wir einander vertrauen und unterstützen. Die Clubaktivitäten haben mich gelehrt, mich für mich selbst, für meine Freunde und für alle anderen Kinder einzusetzen", führt sie anschließend weiter aus.

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    Julienne erklärt, dass das größte Hindernis um Bildung zu erlangen, die Eltern der Kinder sind. Diese halten ihre Kinder von der Schule fern, damit sie auf den Feldern arbeiten und die Familie im Haushalt unterstützen. Die Veränderung dieses Status Quo wurde zur persönlichen Mission von Julienne und ihrem Leadership Club.

    Als Right To Play die Clubmitglieder trainierte, lag der Fokus der Einheiten auf Führungsqualitäten, Kommunikation, Selbstbestimmung und der Notwendigkeit, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein. Die 126 Mitglieder im Alter von 8 bis 14 Jahren wurden ermutigt, analytische Fähigkeiten zu entwickeln, sowie die Fähigkeit auf alltägliche konfrontierte gesellschaftliche Herausforderungen kreativ zu reagieren.

    "Nachdem wir von Right To Play in unseren Führungsfähigkeiten ausgebildet wurden, wollte unser Club einen Beitrag für unsere Gemeinde leisten, indem wir dabei helfen eine dieser großen Problemstellungen zu beenden, die andere Kinder betreffen", erzählt Julienne. "Wir haben eine Kampagne mit dem Slogan 'Lasst die Mädchen wieder zur Schule gehen' gestartet, um durch unseren Einsatz auf ein Problem aufmerksam zu machen, dass uns alle betrifft", erzählt sie stolz weiter.

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    Wie zahlreiche Hausbesuche der Clubmitglieder in Begleitung von Right To Play Local Leaders verdeutlichten, ist oftmals die Bildung der Eltern das ausschlaggebende Kriterium dafür, ob ihre Kinder zur Schule gehen dürfen oder nicht. Dabei verwiesen die befragten Eltern häufig darauf, dass sie selbst auch nicht zur Schule gegangen seien und dennoch Landwirtschaften betreiben können, um damit den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen.

    Innerhalb von nur drei Monaten hatte die Kampagne einen direkten Einfluss auf die Einschreibung von 78 Kindern, die zuvor noch nie in der Schule waren oder die Grundschule abgebrochen hatten.

    Bei Feierlichkeiten zum Anlass des Internationalen Frauentages führte der Leadership Club einen Sketch zur Thematik von Kinderrechten auf. Hierdurch erregten sie die Aufmerksamkeit des Bürgermeisters Jeremie. Dies trug sogar dazu bei, dass der Bürgermeister einen finanziellen Zuschuss für den Kauf von Schulmaterialien von Kindern, die sie sich diese nicht leisten konnten, spendete.

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    Nach Angaben von Gemeindeleitern ist der Leadership Club ein Agent des sozialen Wandels, den das Dorf dringend benötigt hatte.
    "Julienne und die anderen Clubmitglieder sind Augenöffner", sagt Elias, ein 46 jähriger Local Leader. "Sie sind zu Agenten des Wandels geworden, die soziale Normen hinterfragen, wie beispielsweise das Verhalten von Mädchen, sich zurückhaltend zu verhalten und zu tun, was ihnen von ihren Eltern vorgegeben wird. Kinder von der Schule fernzuhalten, verstößt gegen lokale und internationale Gesetze. Deshalb applaudieren wir Julienne dafür, dass sie sich dafür einsetzt und stehen zu 100 Prozent ihr und dem Club", fügt er abschließend hinzu.

      
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