• Wie Khansa durch Fußball zu neuem Selbstbewusstsein fand

    Khansa - die ein Gymnasium in Karachi, Pakistan besucht - ist ein kluges und zugleich schüchternes Mädchen, das nicht gerne vor einer großen Gruppe von Menschen spricht. Dennoch darf man sich von ihrer Zurückhaltung nicht täuschen lassen. Das 16-jährige Mädchen hat ihr Selbstvertrauen zurück gewonnen und nutzte ihren ganzen Mut, sich gegen eine Zwangsheirat auszusprechen.

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    Khansa kämpft tapfer für ihre Rechte und weigerte sich die Schule für eine Zwangsheirat zu verlassen. Sie trat stattdessen dem Programm „Generation Amazing" bei – einem Right To Play Programm zur Entwicklung und Förderung von Mädchen. Dieses Programm nutzt Fußball um das Selbstbewusstsein von Mädchen und jungen Frauen zu stärken. Als Khansa begann mit all den anderen Mädchen zu spielen, erkannte sie ihr Potential und ihr Selbstwertgefühl begann endlich wieder zu steigen. Mit der Unterstützung ihrer Schulkameraden und Lehrer merkte sie, dass ihre Meinung zählt und sie selbst entscheiden kann.

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    Khansa entschied sich eine Zwangsheirat abzulehnen.

    „Durch Fußball lernte ich, egal wer du bist - ob Mädchen oder Junge - du hast eine Stimme, die von anderen gehört wird!", berichtet Khansa.

    „Durch die Spiele von Right To Play lernte ich, dass ich mein Leben selbst gestalten kann."

    Für ihre Rechte einzustehen war für sie nicht einfach – wie bei vielen Mädchen in Entwicklungsländern. Viele Familien leben in sehr konservativen Dorfgemeinschaften, die nach sehr strengen und oft auch überholten Traditionen ihr Leben führen – 21% der Mädchen sind bei der Zwangsheirat jünger als 18 Jahre. In manchen Ländern werden die Mädchen im Alter von sieben, acht Jahren von ihren Eltern gezwungen deutlich ältere Männer zu heiraten.

    Khansa wollte nicht eine dieser Mädchen sein. Das hätte für sie bedeutet, dass sie das Fußball spielen aufgeben muss und auch ihrem Traum eines Tages eine Universität zu besuchen niemals erreichen kann.

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    „Ich wusste, sobald ich verheiratet bin, besteht keine Chance mehr für Sport und Bildung", erklärt Khansa, „Meine Cousinen sind traurige Beispiele dafür."

    In den letzten Jahren hat sich Khansa regelmäßig mit ihren Mannschaftskolleginnen zum Fußball spielen getroffen und hart trainiert. „Ich liebe Fußball und lerne so viele Dinge!", berichtet Khansa fröhlich.

    „Meine Eltern wurden ziemlich wütend und versuchten mich zur Zwangsheirat zu zwingen", erklärt sie weiter, „Sie sagten ich muss sowieso heiraten, wieso denn nicht jetzt? Ich erklärte meinem Vater, dass ich zu jung sei um zu heiraten." Sie blieb stark und weigerte sich, obwohl die Eltern ihres Verlobten großen Druck auf sie ausübten. Die regelmäßigen Spiel- und Sportaktivitäten, der Austausch mit den Rigt To Play Coaches und ihre Fußballkameradinnen gaben ihr Kraft für ihre Rechte einzustehen und ihre Eltern zu überzeugen erst nach der Schulausbildung zu heiraten.

    „Ich bin stolz und glücklich, dass ich die Schule weiterhin besuchen darf. Es ist außerdem ein Hoffnungsschimmer, dass ich nach der Schule noch einen höheren Abschluss erreichen kann."

    „Das ist die beste Zeit meines Lebens und ich verfolge weiterhin meine Träume", fügt sie hinzu.


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