• Wenn Eltern zusammen mit ihren Kindern an Right to Play Programmen teilnehmen …
    Nasma, 32 Jahre alt, hat seit ihrer Kindheit nicht mehr gespielt. Die Arbeit in der fünfköpfigen Familie und die täglichen Hausarbeiten ließen ihr dafür keine Zeit. Heute ist das allerdings anders. Nasma besucht gerade ihren vierten „Play Day" in der Nyakitono Schule in Nata im Norden von Tansania. Auf dem Spielplatz inmitten von anderen Eltern, Lehrern und Studenten zieht sie ihren pinken Sarong enger um ihre Hüfte ehe sie die Hände zweier Kinder fasst und dann alle gemeinsam im Kreis tanzen. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Die Gruppe singt, klatscht und lacht.

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    In der riesigen Graslandschaft im Vorland des Kilimandscharo steht die Schule weit und breit alleine. Dennoch findet gerade in der zum Teil von der Außenwelt abgeschnittenen Gemeinde ein Umdenken statt: Bildung gewinnt an Stellenwert!

    Gemeinsame „Play-Days" für mehr Bildung

    Für diesen Wandel ist es wichtig aktiv die Eltern bei den „Play-Days" mit einzubeziehen und ihnen die Wichtigkeit für Bildung ihrer Kinder spielerisch aufzuzeigen.

    Jeder „Play-Day" hat ein bestimmtes Thema und die Spiele werden von ausgebildeten Lehrern betreut. Dabei lernen Eltern, Kinder und die lokalen Coaches die Faszination und den Spaß des Spielens kennen. Das Thema des heutigen „Play-Days" lautet: „Eltern sind der Kopf der Familie."

    Der 11-jährige Kerim leitet den Austausch von Ideen und ermutigt dabei die Kinder sich zu Wort zu melden. „Ich bin sehr glücklich ein Junior Leader zu sein, da es meine Eltern sehr glücklich macht." sagt er. „Ich merke außerdem, dass sie mir mehr zu hören wenn ich mit ihnen spreche. Kinder sollten selbstbewusst sein und sich trauen Probleme anzusprechen." So lernen die Kinder aktiv und fangen an ihre Eltern zu fragen, ob sie täglich zur Schule gehen dürfen oder mehr Zeit für ihre Hausaufgaben bekommen.

    Die 11-jährige Veronica sagt, dass „Play-Days" es einfacher macht, die Eltern um Sachen zu bitten, da es ein Tag voller Freude ist und die Eltern entspannt sind. „Ich bin es gewohnt meine Eltern um Erlaubnis zu bitten zur Schule zu gehen, anstatt zu Hause zu bleiben und ihnen zu helfen." sagt sie. „Aber die Right To Play „Play-Days" haben die Meinung meiner Eltern geändert. Ich denke sie haben gesehen, dass andere Eltern ihren Kindern zuhören und so haben sie begonnen auch mir zuzuhören. Jetzt muss ich nur noch die Kühe am Wochenende betreuen, nachdem ich meine Hausaufgaben erledigt habe."

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    Eltern werden mit eingebunden – für mehr Schulbesuche und weniger Kinderarbeit

    Dieses Problem betrifft viele Kinder, deren Eltern den Schulbesuch nicht als nötig erachten. Keine oder unregelmäßige Schulbesuche sind die Folge.

    Nasma war eine dieser Mütter. Ihre Töchter mussten zu Hause bleiben, um ihr mit der Hausarbeit zu helfen bis sie 2016 das erste Mal zu einem „Play-Day" eingeladen wurde. „Ich habe mich dazu entschieden dorthin zu gehen, da ich wusste, dass andere Eltern auch kommen würden, aber ich hatte keine Ahnung was mich erwartet," sagt Nasma. An ihrem ersten „Play-Day" war das Thema Kinderarbeit und es beinhaltete Gruppenspiele und eine Diskussion mit den Eltern über die Aufklärung zu Kinderrechten. Nasma erfuhr an diesem Tag, dass das Wegbleiben von Kindern aus der Schule, um zu Hause zu arbeiten, strafbar ist und schädlich für ihre Zukunft.

    „Ich wusste, dass es nicht gut war, wenn ich sie nicht zur Schule ließ, aber ich habe es trotzdem gemacht.", gesteht sie. Kurze Zeit später hat ihre Familie, jemanden eingestellt, der auf die Farm aufpasst und ihre Kinder konnten somit jeden Tag die Schule besuchen. „Ich habe seitdem nie wieder einen „Play-Day" verpasst." sagt sie. „Es ist eine Gelegenheit in sozialen Kontakt mit anderen zu kommen und Spaß mit den Kindern zu haben, während man trotzdem ernste Dinge besprechen kann."

    Durch Spielen taucht man in die Welt der Kinder ein und die Gemeinschaft kann mehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Es unterstützt außerdem das Verständnis über das spielerische Lernen und die Art und Weise wie es in den Klassenzimmern angewandt wird.

     „Play-Days" veränderte das Denken der Leute in der Region über Kinderarbeit, frühe Hochzeiten und andere Formen von Kindesmisshandlung.

    Für die Gemeinde von Nata ist der Erfolg bereits beachtlich: 2012 schafften nur 24% der Kinder die staatliche Prüfung. Ende 2016 erhöhte sich diese Zahl auf 79%. Dieses Ergebnis ist auf den regelmäßigen Besuch der Schule, besonders der Mädchen zurückzuführen.

    Der Vorsitzende des Schulkommittees, Morigo, der ebenfalls Vater und Landwirt ist sagt, dass er glücklich sei, dass „Play Day" dazu beiträgt den Eltern Bildung als Schlüssel zum Erfolg in Tansania zu vermitteln. „Die Gemeinde muss sich verändern, um überleben zu können.", sagt er. „Mit Bildung investieren wir in die Zukunft unseres Landes."

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