• Mehr als nur ein Schnappschuss: Fotografieren schult die Kommunikationsfähigkeit von Kindern
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    In Al Baqa'a, dem ältesten Flüchtlingslager Jordaniens, trifft sich eine Gruppe von 20 Kindern im örtlichen Frauenzentrum. Die Jungen stehen in einem großen Kreis zusammen und unterhalten sich lebhaft. Die Mädchen haben sich in kleineren Grüppchen zusammengefunden, sitzen auf dem Boden und lachen. Unter ihnen ist die 11-jährige Esraa, die ungeduldig zwischen den Mädchen steht und über beide Ohren strahlt. „Ich bin viel zu aufgeregt, um still sitzen zu bleiben“, so das 11-jährige palästinensische Mädchen.

    Fotografieren erweitert das Kommunikationsvermögen

    Esraa und die anderen Kinder nehmen an dem Fotoworkshop „Amazing Voices" vom Supreme Committee für Legacy & Delivery „Generation Amazing" Programms teil. Dort lernen sie, wie man Digitalkameras einsetzt, damit sie ihr Leben teilen und ihre Geschichten erzählen können. Für viele der Kinder, ist es das erste Mal, dass sie überhaupt eine Kamera in der Hand halten.

    Der richtige Umgang mit einer Kamera und wie man mit Fotos Gedanken und Gefühle ausdrücken kann, schult auch die Kommunikationsfähigkeit. Viele der Jugendlichen in diesem Programm sind in einem konservativen und traditionellen Umfeld aufgewachsen, in dem sie nicht oft die Gelegenheit haben, ihre persönlichen Gedanken, Gefühle und Meinungen zu teilen. Daher ist dies das Ziel des Programmes.

    Im vergangenen Jahr haben die Coaches des „Generation Amazing“ Programs, mit Hilfe von Fußball Mädchen und Jungen soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Akzeptanz und Kooperation vermittelt, sowie die Themen Integration und Geschlechtergerechtigkeit behandelt. Dafür wurden die Coaches im Vorfeld von Right To Play im spiel- und kindzentriertem Lernen ausgebildet. Das Fotografieren erweitert nun das Spektrum der Lehrmethoden und es gibt den Kindern einen neuen Weg ihre Gefühle auszudrücken.

    Im Fokus: Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen

    Innerhalb des „Amazing Voices“ Fotografie Workshops beschäftigen sich die Kinder jeweils mit einem Thema - diesmal ist es das Thema der Geschlechtergerechtigkeit. Unter der Anleitung der Coaches, sprechen die Mädchen und Jungen darüber, was sie über die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen wissen und spielen gemeinsam Fußball. Eine Botschaft dominiert dabei die Konversation: Mädchen und Jungen haben die gleichen Fähigkeiten. Die Kinder erforschen diese Botschaft und überlegen, wie sie diese in ihren Fotos am besten erfassen wollen.

    "Beim Fußball spielen habe ich einiges über die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungs gelernt“, sagt Esraa. "Zuerst hatte ich Angst, dass ich nicht gut darin bin. Aber wir haben als Team gespielt und ich habe erkannt, dass ich genauso gut spielen kann wie die Jungs. "

    Die Freiheit zu haben, sich auszudrücken, gibt den Kindern die Möglichkeit kreativ zu sein und selber zu entscheiden wie sie ihre Geschichten erzählen wollen. Der Workshop lehrt sie, dass es keine „falschen" Antworten und keine „falschen" Fotos gibt, sondern es unendliche Möglichkeiten gibt bestimmte Themen zu erforschen und darzustellen.

    "Vor dem Programm, wusste ich nicht, wie man Fußball spielt oder fotografiert.", so Esraa. "Jetzt kann ich beides." Und auch mit ihren Fotos möchte Esraa eine deutliche Botschaft ausdrücken: „Mädchen können alles genauso gut wie Jungs! Fußball spielen, zur Schule gehen, Arbeiten und Fotografieren - das sagen meine Bilder. "

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