• Ein Rollentausch für mehr Selbstsicherheit und Frieden

    Schulkinder spielen in LiberiaIm Rahmen eines dreitägigen Programms zur Förderung von Führungskompetenzen in Sidon, der viertgrößten Stadt Libanons, hat Right To Play Jugendliche in die Rolle von Lehrern schlüpfen lassen. Das Pilotprojekt soll den Schülern mehr Durchsetzungsvermögen und Selbstsicherheit lehren.

    Fünf Mädchen und sieben Jungen stehen auf einem Fußballfeld vor einer großen Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern. Die Jugendlichen sind zwölf und dreizehn Jahre alt und die meisten von ihnen haben diese Lehrer vorher noch nie gesehen. Sie sind aufgeregt und nervös, denn normalerweise sind sie diejenigen, die zuhören und den Anweisungen der Lehrer folgen. Doch heute ist es anders - heute werden sie die Lehrer unterrichten.

    Die Jugendlichen haben seit drei Tagen mit Hilfe von verschiedenen Spielen ihre Führungskompetenzen gestärkt und gelernt was Respekt, Akzeptanz und Inklusion heißt. Nun kreieren sie selbst einen spielbasierten Lehrplan für die Erwachsenen. Sie wählen Spiele aus, bereiten sie vor und führen die Lehrer durch den spielbasierten Tag.

    Kinder lieben Spiele - es ist ihre Sprache. Der Rollentausch ermöglicht ihnen einen Schritt weiterzugehen. Die Spiele anderen beizubringen, gibt ihnen Mut, lässt sie ihre Grenzen testen und lässt sie Stück für Stück wachsen. Am Ende des Tages erzählt Samira, eine 13-jährige Teilnehmerin, wie stolz sie ist, dass sie den Lehrern etwas Neues vermitteln konnte: „Das war das erste Mal, dass wir Kinder den Lehrern etwas zeigen konnten, das hat mich sehr motiviert.“

    Das Echo auf das Pilotprojekt war sehr positiv. Landesweit nehmen nun über 2.500 Kinder an dem Programm teil. 80% der Teilnehmer geben an, selbstsicherer und offener gegenüber anderen kulturellen Bevölkerungsgruppen zu werden. Durchgeführt wird das Programm von Right To Play und Partnern der UNESCO und dessen friedensförderndes Projekt „HAWER“.

    Gerade im Libanon, wo über eine halbe Million syrische und palästinensische Flüchtlinge leben, sind Themen wie Inklusion, Akzeptanz, Respekt und Selbstachtung für ein friedliches Zusammenleben sehr wichtig. Viele der Jugendlichen, die an den Programmen teilnehmen, waren gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und müssen nun ihr Leben in einem fremden Umfeld wiederaufbauen, wo sie mit neuen Regeln, Menschen und Kulturen konfrontiert sind.

    Das Programm wendet sich sowohl an Jugendliche in Flüchtlingslagern wie auch an libanesische Jugendliche aus den Gastgemeinschaften. Die spiel- und sportbasierten Aktivitäten geben ihnen eine gemeinsame Basis, machen Spaß und fördern das Miteinander. Für die Entwicklung der Jugendlichen ist dieses Training sehr wichtig, denn sie lernen, andere zu akzeptieren, respektieren und mit ihnen zusammenzuleben. Dies hilft, Spannungen abzubauen und fördert den Prozess der Friedensbildung.

      
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